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Wenn Sie auch in der Rente noch arbeiten wollen

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Die Zahl der berufstätigen Älteren nimmt in Deutschland kontinuierlich zu und in keinem anderen europäischen Land steigt sie so stark. Inzwischen arbeiten etwa 1,4 Millionen der über 65-Jährigen – die meisten als Minijobber oder in Teilzeit. Die einen arbeiten aus wirtschaftlicher Notwendigkeit, weil sie ihre Rente aufbessern müssen, die anderen möchten beruflich aktiv bleiben. Wenn Sie bereits eine Rente beziehen, aber weiterhin arbeiten gehen möchten, sollten Sie die folgenden Punkte beachten.

Der gesetzliche Rentenbeginn hängt vom Geburtsjahr ab. Seit 2012 gilt als Regelaltersgrenze das 67. Lebensjahr – für Menschen, die nach 1964 geboren wurden. Wenn Sie nach Erreichen Ihrer regulären Altersgrenze jobben, erhalten Sie die volle Rente und dürfen so viel dazuverdienen, wie Sie möchten. Sie müssen den Verdienst nur versteuern. Als Arbeitnehmer zahlen Sie keine Rentenbeiträge ein, und Ihre Altersbezüge erhöhen sich nicht mehr. Der Arbeitgeber muss für die Rentner unter seinen Mitarbeitern in die Sozialversicherung einzahlen.

Vor oder nach dem regulären Renteneintritt


Wer mindestens 35 Versicherungsjahre zusammen hat, darf nach Vollendung des 63. Lebensjahrs, wann immer er will, mit entsprechenden Abschlägen vorzeitig in Rente gehen. Wer schon Altersbezüge bekommt, das reguläre Renteneintrittsalter aber noch nicht erreicht hat, ist beim Arbeiten eingeschränkt. Die jeweilige volle Altersrente („Vollrente“) erhält man dann nur bei einem Minijob (maximal 450 Euro/Monat brutto). Verdient man mehr, gibt es nur eine Teilrente: je nach Einkommen ein Drittel, die Hälfte oder zwei Drittel der Vollrente. Maßgeblich dafür sind sogenannte Hinzuverdienstgrenzen.

Nur wer 45 oder mehr Versicherungsjahre nachweisen kann, darf ohne Abzüge früher in Rente gehen. „Ab 63“ bedeutet, dass es auch hier vom Geburtsjahr abhängt, wann dieser frühere Renteneintritt stattfinden darf. Da es sich dabei um ein Vorziehen der Rente handelt und nicht um das reguläre Renteneintrittsalter, gelten beim Arbeiten dieselben Einschränkungen wie bei der vorgezogenen Rente ab 63, bei der Rentenabschläge hinzunehmen sind. Also: Wer zu viel dazuverdient, erhält nur eine Teilrente.

Ruheständler, die sich für das etwas komplizierte Modell der Teilrenten interessieren, sollten sich unbedingt vorher bei der Deutschen Rentenversicherung oder einem unabhängigen Rentenberater beraten lassen, ob sich das im individuellen Fall lohnt.

Was müssen Sie in die Sozialkassen zahlen?


Wenn Sie vor der Regelaltersrente jobben: Rentenbeiträge fallen nur bei einem sozialversicherungspflichtigen Job an und erhöhen spätere Rentenansprüche. Es müssen von Ihnen Beiträge in die Pflege- und Krankenversicherung gezahlt werden.

Wenn Sie nach Erreichen der Regelaltersrente jobben: In diesem Fall führt nur Ihr Arbeitgeber Beiträge in die Rentenversicherung ab. Die wirken sich aber nicht auf die Höhe der daneben bezogenen Rente aus. Sie selbst müssen Beiträge für die Pflege- und Krankenversicherung entrichten.

Wenn Sie neben Ihrer gesetzlichen Rente noch eine Betriebsrente beziehen: Dann, so rät die Rentenversicherung, sollten Sie sich unbedingt beim Träger Ihrer Betriebsrente erkundigen, ob der Bezug einer Teilrente Auswirkungen auf die Höhe Ihrer Betriebsrente hat: „Je nach Satzung des Trägers kann das Überschreiten der Hinzuverdienstgrenze und der damit verbundene Teilrentenbezug zu einer Kürzung oder sogar zum Ruhen der Betriebsrente führen.“

Ganz wichtig zu wisssen ...

Bevor Sie sich für einen Job im Alter bzw. in der Rente entscheiden, sollten Sie sich sorgfältig über die finanziellen Folgen informieren – bei der Rentenversicherung und bei Ihrem Betriebsrententräger.