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Kurz erklärt: Vollmacht – wichtig im Wirtschaftsleben

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Vollmachten spielen im Wirtschaftsleben eine große Rolle. Doch was steckt hinter diesem juristischen Begriff? Und welche Vollmachten gibt es? Lesen Sie hier das Wichtigste zum Thema.

Mit einfachen Worten erklärt bedeutet eine Vollmacht, dass jemand einem anderen die Berechtigung erteilt, in seinem Namen tätig zu werden. An den beiden folgenden Vollmachtarten soll die Bedeutung klargemacht werden.

1. Vollmachten, die im BGB geregelt sind


Drei Beispiele für Vollmachten nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB): Ein Mann bevollmächtigt seinen Freund, für 20 Euro eine Kiste Bier für sich selbst zu kaufen. Es handelt sich dabei um eine sogenannte Spezialvollmacht zur Vornahme einer ganz bestimmten Handlung. Oder er bevollmächtigt seine Haushälterin, die notwendigen Lebensmittel für die Familie zu kaufen. Dann spricht man von einer Gattungsvollmacht. Die Haushälterin darf alle Rechtsgeschäfte einer bestimmten Gattung abschließen. Ein weiterer Fall ist eine Bank- bzw. Kontovollmacht, die ein Ehepartner dem anderen erteilt. Dann kann der oder die Bevollmächtigte Geld von Konto des anderen abheben.

2. Vollmachten, die im HGB geregelt sind


Das Handelsgesetzbuch (HGB) kennt zwei Sonderformen der rechtsgeschäftlichen Vertretung: Eine Handlungsvollmacht deckt alle Geschäfts- und Rechtshandlungen, die der Betrieb des Unternehmens gewöhnlich mit sich bringt, also zum Beispiel den Einkauf von Rohstoffen in einem Unternehmen. In einem Brief des Unternehmens unterschreibt der Bevollmächtigte mit dem Zusatz „i. V.“ Eine Prokura reicht weiter und erlaubt das Einstellen von Personal oder die Aufnahme eines Darlehens. Ein Prokurist zeichnet in der Geschäftskorrespondenz mit „ppa“. Beide Berechtigungen müssen ins Handelsregister eingetragen werden.