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Eine unvergessliche Zeit: Unsere London-Fahrerin berichtet

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Drei Wochen voller Eindrücke und Erlebnisse für Auszubildende Clara Buchmann

Zurück aus London – mit vielen tollen Eindrücken und neu erworbenem Wissen im Gepäck: Unsere Auszubildende Clara Buchmann hat jetzt für das Sparkassenspiegel Online-Magazin einen spannenden Reisebericht von ihrem dreiwöchigen Aufenthalt in der britischen Weltmetropole verfasst. Die Reise wurde ihr im Rahmen des Berufsschulprojekts „Qualifizierung Fachsprache Wirtschaftsenglisch“ ermöglicht. Sie war verbunden mit einem Lehraufenthalt zum Erwerb einer besonderen Zusatzqualifikation.

Schon fast zwei Monate bin ich wieder zurück in „good old Germany“. Zeit, um meine drei Wochen in London noch einmal Revue passieren zu lassen. Ich hatte dort die großartige Möglichkeit, innerhalb meiner Ausbildung die Zusatzqualifikation „Kauffrau International“ am European College of Business and Management (ECBM) zu erwerben. Dafür durfte ich drei Wochen lang bei einer Familie in London leben und den Unterricht am ECBM besuchen.

Nervosität schnell weg


Anfangs war ich sehr aufgeregt, zumal ich von den anderen Schülern, die mitfahren durften, niemanden kannte. Aber das war wirklich total unnötig. Schon am Flughafen wurde ich herzlich von einer Mädlsgruppe aufgenommen. Auch mit meiner Gastfamilie hatte ich sehr viel Glück. Ich war bei einer alleinstehenden Mutter untergebracht, die auch in einer Bank arbeitet. Da haben sich dann auch leicht Gesprächsthemen gefunden, was mir die Nervosität noch mehr genommen hat.

Wir waren alle in der gleichen Gegend untergebracht, im Nordosten Londons, in Borough Redbridge oder Newham. Um ins ECBM zu kommen mussten wir, ganz „londonlike“, die meist sehr volle Tube – wie die Londoner U-Bahn im Volksmund genannt wird – nehmen.

„Da hat mir abends schon mal der Kopf geraucht, aber das hat sich sehr schnell gelegt.“- Clara Buchmann, Auszubildende

Anfangs war es für mich sehr ungewohnt, Unterricht auf Englisch zu haben. Die ersten Tage haben wir im ECBM viel Organisatorisches erledigt und erfahren, was genau von uns erwartet wird: Ein Projekt, das eine Präsentation, einen Aufsatz über 1000 Wörter und eine schriftliche Prüfung umfasst, in der wir vier Fragen, bezogen auf den Stoff des Unterrichts, beantworten müssen.

Das hörte sich im ersten Moment nach viel Arbeit an. Doch hatte jeder von uns am zweiten Tag ein Gespräch mit einem Lehrer, mit dem wir die Struktur der Präsentation erarbeitet haben. Unser Projektthema durften wir uns übrigens aus einer Liste aussuchen. Meine Wahl: ein Vergleich der Geldpolitik der Bank of England und der Deutschen Bundesbank und wie die EZB diese beeinflusst.

Mit meinem Thema hatte ich weniger ein Strukturproblem als vielmehr ein Zeitproblem. Die Präsentation sollte mindestens 10 Minuten jedoch nicht mehr als 15 Minuten dauern. Das hat mir schon Kopfzerbrechen bereitet, jedoch erst in der letzten Woche. Denn die ersten zwei Wochen habe ich genutzt, um möglichst viel von London zu sehen. Und das Wetter hat gerade dazu eingeladen, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden.- Clara Buchmann

Es gab eigentlich keinen Tag, an dem wir nichts gemacht haben. Gleich nach Unterrichtsschluss sind wir los. Das ECBM liegt sehr zentral im Borough Hackney, von wo aus man die meisten Orte sehr unkompliziert erreichen konnte – auch weil alle paar Minuten eine Tube gefahren ist.

Ein Plan muss her!


London hat wirklich unglaublich viel zu bieten, da weiß man erst einmal gar nicht, wo man anfangen soll. Am ersten Tag bin ich zusammen mit der Mädelsgruppe vom Flughafen Richtung Chinatown und dort haben wir zu Mittag gegessen. Wir haben schnell gemerkt: Ein Plan muss her! Deshalb haben wir eine To-Do-Liste erstellt, wann wir was machen wollen.

In der ersten Woche konnten wir mit Covent Garden (Bild links), Chinatown, the City of London, dem Zentrum Londons, Notting Hill mit dem bekannten Portobello Road Market über SoHo, Trafalgar Square und mit dem British Museum schon einiges von unserer Liste abhaken. Auch haben wir zwei eher untypische Touren durch London gemacht: eine Harry Potter Tour mit bekannten Filmorten und eine Jack the Ripper Tour, auf der wir einen interessanten Einblick in eine düstere Vergangenheit von London erhalten haben. Auch ein Musical haben wir uns nicht entgehen lassen.

Auch die zweite Woche kam mit Unternehmungen nicht zu kurz. Wir haben Camden besucht und sind mit der Emirates Cable Car über die Themse gefahren. Dort haben wir das immer bessere Wetter genutzt und in einem Park die Sonne genossen. Im Unterricht stand auch eine Exkursion in die Docklands auf dem Plan. Auf dieser haben wir einiges über den ehemaligen Hafen Londons erfahren.

Da die Schifffahrt größtenteils aufgegeben wurde, hat man das Gelände mittlerweile in eine der exklusivsten Wohnlagen Londons umgewandelt. Wir haben einige Werftgebäude gesehen, die heute als Appartements genutzt werden oder in Einkaufszentren umgebaut wurden. Geendet hat die Exkursion in Greenwich am bekannten Segelschiff „Cutty Sark“.

Weiter haben wir das Modern Tate Museum besucht und im 10. Stock auf der Terrasse die Aussicht über London genossen. Wir haben die Tower Bridge besichtigt, im Hyde Park gepicknickt und einen Pub Crawl durch eines der angesagtesten Boroughs Londons unternommen – Shoreditch. Abends hat sich die gesamte Gruppe oft in einem Pub getroffen. Der „King George V“ in Ilford wurd unser Stammpub. Dort haben wir das ein oder andere Mal auch Fußball geschaut, was bei einem London-Aufenthalt nicht fehlen darf.

„Für mich persönlich der schwierigste Punkt war zu entscheiden, was ich kürze ohne dass etwas Wichtiges ausgelassen wird.“- Clara Buchmann

Als es auf die dritte Woche zuging, haben wir abends immer mehr für unsere Projektpräsentation gearbeitet. Je mehr ich über mein Thema gelesen habe desto klarer wurde mir, dass ich ein Zeitproblem bekommen könnte. Die Informationen zum Vergleich der Zentralbanken und der Einfluss der EZB waren so umfangreich, dass ich die maximale Zeit von 15 Minuten sicherlich sprengen würde.

Laste minute Löschaktion


Die Präsentationen waren für den Donnerstag in der letzten Woche angesetzt. Diese wurden in kleinen Vierer-Gruppen durchgeführt und meine Gruppe war gleich in der Früh um halb zehn dran. Auf der einen Seite war ich froh, alles gleich hinter mir zu haben, auf der anderen Seite hatte ich immer noch das Problem mit der Zeit, sodass ich wirklich noch „last minute“ einige Folien aus meiner PowerPoint-Präsentation gelöscht habe.

Aber dann ist die Präsentation super gelaufen. Von meiner Tutorin, die mich bei dem Projekt begleitet und mir Tipps gegeben hat, habe ich ein super Feedback bekommen und auch noch einmal Lob dafür, dass ich mich an ein so schweres und umfangreiches Thema herangetraut habe.- Clara Buchmann

Am Donnerstag haben wir dann nichts mehr gemeinsam unternommen, weil wir alle zu unterschiedlichen Zeiten unsere Präsentation halten mussten. Außerdem wollten wir uns noch einmal auf die schriftliche Abschlussprüfung am nächsten Tag vorbereiten.

Die Abschlussprüfung war für drei Stunden angesetzt und wir mussten vier Fragen in Aufsatzform beantworten. Es war anspruchsvoll, aber absolut machbar, denn es kam nur das dran, was wir auch im Unterricht besprochen hatten. Die Fragen wurden dann auch von dem jeweiligen Lehrer, bei dem wir den Unterricht hatten, korrigiert. Mittlerweile haben wir auch die Info bekommen, dass alle bestanden haben!

Den letzten richtigen Tag in London habe ich zusammen mit meiner Mädelsgruppe verbracht. Wir sind an der Themse entlang spaziert. Start war am berühmten Elizabeth Tower, von dem wir leider wegen des Gerüsts nicht viel gesehen haben. Wir sind dann auf die andere Seite gewechselt, vorbei am London Eye, und haben, wie sich das gehört, auch noch Fotos vor den bekannten roten Telefonzellen gemacht. Den Abend haben wir gemeinsam, alle 20 Schüler und unsere zwei Lehrer, noch einmal in unserem Stammpub ausklingen lassen.

Für mich war es eine unvergessliche Zeit! Ich habe so viel erlebt, mich nicht nur fachlich und sprachlich, sondern auch persönlich weiterentwickelt. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal recht herzlich bei der Sparkasse Pfaffenhofen bedanken, dass sie mir dieses Erlebnis ermöglicht hat, und das bei bezahltem Sonderurlaub. Ebenfalls bedanken möchte ich mich bei der Berufsschule Pfaffenhofen, dass sie so ein Projekt durchführt, bei unseren Lehrern, die sich super um uns gekümmert und dafür gesorgt haben, dass vor Ort alles reibungslos funktioniert, bei Herrn Hirtreiter, der das Projekt für uns organisiert und durchgeführt hat, und natürlich bei allen anderen Schülern, die mitgefahren sind. Ein besonderer Dank geht an meine Mädelstruppe, mit der ich Tag für Tag unterwegs war: Mit euch hatte ich so unglaublich viel Spaß und es ist eine unvergessliche Zeit geworden.- Clara Buchmann