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Herausforderung Demenz – auch im Kundenverkehr der Banken

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Sparkassen-Mitarbeiter bei Schulung der Alzheimer Gesellschaft Landkreis Pfaffenhofen

Demenz – oft leider immer noch ein Tabuthema ... Dabei ist Wissen über diese Krankheit so wichtig, um den Betroffenen einfühlsam zu begegnen. „Nicht wegschauen“ lautete deshalb auch die Devise bei einer Schulung für Mitarbeiter/-innen von Banken und Sparkassen, zu der die Alzheimer Gesellschaft Landkreises Pfaffenhofen e. V. jetzt eingeladen hatte. Fünf Kolleginnen und Kollegen der Sparkasse Pfaffenhofen und eine Kollegin der Sparkasse Ingolstadt nahmen teil. Abgehalten wurde die Schulung von Gilla Hofmeir, einem ehrenamtlichen Vorstandsmitglied des Vereins.

Im ersten Teil der Schulung ging es um die Theorie. Derzeit gibt es in Deutschland rund 1,7 Mio. Menschen mit Demenz. Bei den Sechzigjährigen ist 1 % betroffen, bei den Achtzigjährigen ist es bereits jeder Sechste und bei den Neunzigjährigen fast jeder Zweite. Bis zum Jahr 2050 wird sich die Zahl der Demenzkranken Prognosen zufolge verdoppeln. Im Landkreis Pfaffenhofen gibt es derzeit 1500 an Demenz erkrankte Mitbürger, im Jahr 2030 werden es voraussichtlich um die 2300 sein.

Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz. Woran aber erkannt man eine Demenz? Gedächtnisstörungen, Orientierungsschwierigkeiten, Konzentrationsstörungen, Veränderungen im Verhalten und in der Persönlichkeit sind deutliche Anzeichen dafür. Generell wird die Alltagsfähigkeit eingeschränkt.

Was sind die größten Risikofaktoren? Alter, Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen (wie z. B. Bluthochdruck, Zucker, Rauchen, Alkohol, zu viel Cholesterin), Schädelhirnverletzungen und Depressionen – aber auch Lebensgewohnheiten. So erkranken sehr zurückgezogene Menschen, die nur einer sehr eintönigen Beschäftigung nachgehen, leichter an Demenz als geistig rege Menschen mit vielen sozialen Kontakten.

Demenzerkrankungen kann man aber auch in einem gewissen Maße vorbeugen:

  • Durchblutungsstörungen im Gehirn unbedingt behandeln lassen
  • Vitamin- und Hormonmangelzustände behandeln lassen
  • regelmäßige Bewegung
  • gesunde Ernährung
  • geistig aktiv bleiben und soziale Kontakte pflegen
  • Depressionen unbedingt behandeln lassen

Ganz, ganz wichtig ist es, bereits bei den ersten Anzeichen beim Hausarzt abklären zu lassen, ob es sich um eine beginnende Demenz handelt oder nicht. Am Anfang kann das Fortschreiten der Krankheit häufig noch durch spezielle Medikamente gehemmt werden. Eine Dame mit beginnender Demenz formuliert dies in er Broschüre zu beginnender Demenz sehr treffend: „Wenn man es verkraftet hat, kommt da ganz viel schönes Leben raus.“

Und dann waren wir schon beim Teil 2, dem Umgang mit Menschen mit Demenz. Dazu hatte die Referentin Gilla Hofmeir auch einen kurzen Film dabei, der zwei Sequenzen aus dem Arbeitsalltag in einer Bank zeigte: das Abgeben einer Überweisung und Probleme beim Geldabheben am Automaten. Und selbst das ist gar nicht so einfach. Das fängt schon damit an, dass die Tagesform sehr schwankend ist.

Weisen Sie einen Demenzkranken nie auf seine Defizite hin bzw. kritisieren oder korrigieren Sie ihn nicht. Er kann es nicht verstehen. Demenzkranke haben aber sehr lange noch eine starke Wahrnehmung für Gefühle. Man muss sie daher unbedingt ernst nehmen, Respekt und Wertschätzung zeigen, Ruhe und Sicherheit vermitteln und die Selbständigkeit so weit als möglich unterstützen.- Gilla Hofmeir, Vorstandsmitglied der Alzheimer Gesellschaft

Beim Sprechen mit Demenzkranken ist es auch sehr hilfreich, wenn ein paar Regeln befolgt werden. Hier zum Download! Ganz entscheidend beim Sprechen sind auch Mimik und Gestik. Bei Gesprächen mit Demenzkranken ist es wichtig, Lärm und Ablenkung von außen zu vermeiden. Eine Überleitung in ein ungestörtes Büro ist daher meist sinnvoll.

Wir Teilnehmer waren uns einig: Der Kompaktkurs Demenz war super interessant. Wenn man einige Regeln befolgt, dann ist es für uns in der Sparkasse einfacher und für betroffene Kunden ein wenig leichter. Und wenn man privat betroffen ist, dann ist es eine große Hilfe, die diversen Angebote der Alzheimer Gesellschaft zu nutzen. Demenzerkrankungen sind für den Betroffenen und ganz besonders auch für das persönliche Umfeld eines Erkrankten eine ganz große Herausforderung.- Judith Gruber, Teilnehmerin an der Schulung

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